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5 Grundlagen für gutes Community-Building

Ich treffe in letzter Zeit immer wieder Manager und Marketing-Experten, die sich für Ihr Betätigungsfeld oder Ihre Marke eine Community wünschen. Oft scheitern Community-Projekte jedoch daran, dass sich ihre Betreiber nicht sorgfältig genug überlegen, weswegen sie eine Community betreiben wollen.

Neben der essentiellen Frage, welche Ziele ich verfolge, auf die eine Community einzahlen soll  und der Kenngröße, wann für mich als Marke eine Community erfolgreich ist, gibt es fünf Grundregeln, die alle funktionierenden Online Communities ausmachen:

  1. Eine Community braucht eine Aufgabe
  2. Eine Community braucht Aktivität
  3. Eine Community braucht nicht nur Lautsprecher
  4. Eine Community muss Trollen den Kampf ansagen
  5. Eine Community aufzubauen, ist ein Langstreckenrennen

 1. “Was soll ich hier?”

Menschen einzuladen, um sie dann sich selbst zu überlassen, ist wohl der beste und schnellste Weg, eine entstehende Community kaputt zu machen. Menschen, die sich online einer Gemeinschaft anschließen, möchten wissen, was von ihnen erwartet wird und wie sie sich einbringen können.

Dabei kann der Auftrag des Betreibers an seine Communitymitglieder konkret oder abstrakt sein, er sollte aber klar verständlich formuliert werden.

Wissenscommunities, wie wer-weiss-was oder Gutefrage.net bspw., fordern ihre Mitglieder auf, ihr Know-how zu teilen. Entwickler-Communities, wie Stackoverflow tun dies innerhalb eines klar abgesteckten Themenfeldes.

Die Beantwortung der Frage “was soll ich hier tun”, ist die wichtigste Grundlage für alle folgenden.

2. “Bitte tanzen Sie jetzt”

Eigentlich eine Binsenweisheit, aber immer wieder Thema: Auf eine Tanzfläche, auf der niemand tanzt, geht auch niemand Neues tanzen. Menschen sind Herdentiere und nur die wenigsten fühlen sich in leeren Räumen wohl. Das gilt auch und insbesondere für Communities.

Sorgen Sie für Aktivität von Anfang an. Ich persönlich empfehle neben der Animation von Neunutzern auch, als Communitybetreiber aktiv Diskussionen anzustoßen.

Sie sind Mitglied Ihrer Community, verhalten Sie sich auch so.

Es kann in der Anfangsphase nötig sein, selbst auf die Tanzfläche zu gehen. Das ist nicht verwerflich und bietet die Gelegenheit - metaphorisch gesprochen - vorzutanzen, welchen Stil die Betreiberin einer Community bevorzugt.

3. Die Zurückhaltenden und die Leser sind wichtig

Nach der 90-9-1-Regel besteht eine Community aus 90 Lesern, neun Kommentierenden und einem Contributor - dem aktivsten Mitglied und wichtigsten Contentlieferanten. Dieser eine aus 100 initiiert Diskussionen und bringt die Community voran. Von diesen aktiven Hardcore-Fans wünscht sich jede Community möglichst viele. Doch Vorsicht: Ein Übermaß an Lautsprechern kann andere verschrecken.

Eine zu schnelle Versammlung von Meinungsführern bringt Konflikte mit sich. Achten Sie auf eine gesunde Balance. Die anderen 99% sind mindestens so wichtig für einen organischen Communityaufbau, wie die aktivsten 1%.

4. Seien Sie konsequent gegen Trolle

Grundlage einer funktionierenden Community ist ein Konsens über die Form, in der miteinander kommuniziert wird. Dieser Kommunikationsstil, diese sehr eigene Sprache einer Community, entwickelt sich über längere Zeit und ist Änderungen und Moden unterworfen.

Die aktivsten Mitglieder einer Community sorgen in der Regel dafür, dass die ungeschriebenen Gesetze einer Community entstehen und eingehalten werden.

Nehmen Sie als Betreiber aktiv an diesem Diskurs teil, überlassen Sie es nicht anderen, ausufernde Konflikte zu moderieren. Sprechen Sie mutig und selbstbewusst Warnungen und Sperren aus. Trolle, also um den Konflikt Willen störende User, müssen konsequent blockiert werden. Auch wenn sie zu den Aktivposten einer Community zählen.

5. Community-Building ist ein Dauerlauf

Die meisten KPIs, mit denen man den Erfolg einer Community misst, stellen sich erst nach einer Weile in zufriedenstellender Höhe ein.

Dazu zählen:

  • Anzahl der Mitglieder

  • Aktivität/ Engagement in der Community (Output)

  • Traffic, insbesondere organischer Suchmaschinentraffic

  • Referer, also Besucher durch Empfehlung

Bei der Konzeption einer Community sollte man einen Zeitraum von drei Jahren betrachten. Nach frühestens einem Jahr kann man eine Tendenz erkennen, wobei man von Beginn an analysieren und überwachen sollte, ob das Wachstum und die Aktivität einer Community  auf gesunden Bahnen verläuft.

Wie das geht, beschreibe ich in einem Folgeartikel - oder antworte gerne persönlich auf Ihre Anfrage.

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