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Stefan Bosch-Faerber

Facebook vs. Snapchat: Der ungleiche Krieg um die Nutzer

Es tobt ein Krieg der Apps! Im Kampf um die meisten Nutzer fährt Facebook momentan eine aggressive Strategie gegen Konkurrent Snapchat. Mehr und mehr Funktionen, die ursprünglich von Snapchat kamen, werden schlicht kopiert und den Nutzern der eigenen Apps (Instagram, Facebook Messenger, WhatsApp) zur Verfügung gestellt. Social Media Analysten zufolge zeigt diese Strategie bereits Erfolge.

Facebook im Angriffsmodus.
Viel Aufmerksamkeit bekam zum Beispiel Instagram im Sommer 2016: Anfang August wurde das sogenannte Stories-Feature in die App integriert, mit der Nutzer Fotos und Videos veröffentlichen können, die nach 24 Stunden von selbst wieder verschwinden - eine klare Kopie derselben Funktion aus Snapchat. Daraufhin soll die Verwendung von Stories bei Snapchat um 15 bis 30 Prozent eingebrochen sein und im selben Zeitraum Instagram einen Schub bei den Nutzerzahlen erlebt haben. Das berichtet unter Anderem das Online-Nachrichtenportal TechCrunch.

Sechs Monate nach dem Launch von Instagram Stories werden diese bereits von 150 Millionen Nutzern täglich verwendet. Damit hat es Facebook geschafft, den Höchstwert von Snapchat, der im Juni 2016 bei 110 Millionen Nutzern lag, zu übertreffen. Doch hier hört die Entwicklung von Instagram nicht auf: Mittlerweile hat die App neben dem Stories-Feature auch Live Streams bekommen, die ebenfalls von Snapchat übernommen wurden.

Potenzial wird nicht genutzt.
Snapchat läuft Gefahr das nächste Vine zu werden, da es keine Kreativen bzw. Influencer an sich bindet, sondern sich weiter als Messaging-App sieht. Hier wird Potential nicht erkannt. Im Gegensatz dazu hilft Instagram Influencern dabei, ihre Stories über die eigenen Follower hinweg zu verbreiten. Dieser sogenannte Explore Tab fehlt Snapchat.

Wo bleibt die Reaktion seitens Snapchat?
Wie reagiert Snapchat also auf den Angriff seitens Facebook? Erstaunlicherweise gar nicht. Obwohl die Verantwortlichen den Druck spüren müssten, ist bei Snapchat in den Monaten nach Start von Instagram Stories nicht wirklich etwas passiert. Umso erstaunlicher wird diese Tatsache dadurch, dass Snapchat im März einen Börsengang plant. Es scheint aber unsicher, welchen Erfolg man auf dem Parkett bzw. bei den Aktionären haben wird, wenn die Kernfunktion der eigenen App bei der Konkurrenz bereits mehr Nutzer erreicht. Langfristiger Erfolg scheint ohne weitere Innovationen schwieriger und schwieriger. 

Nicht nur Instagram wird ständig weiterentwickelt.
Facebook nutzt mittlerweile nicht nur Instagram, um dem Konkurrenten gefährlich zu werden, sondern hat auch damit begonnen, Funktionen von Snapchat in ähnlicher Form auf die anderen Apps des Konzerns - namentlich WhatsApp und Facebook Messenger - zu übertragen. Hervorheben kann man hier sicherlich die angekündigte Funktion „Mein Status“ für WhatsApp: Damit wird es möglich, zeitlich begrenzte Status-Meldungen für bestimmte Kontakte zu erstellen, etwa wenn man für eine bestimmte Zeit in einer fremden Stadt unterwegs ist. Und das Soziale Netzwerk Facebook selbst soll demnächst auch mit einem Stories-Feature beglückt werden.

Snapchat muss aufwachen!
Konkurrenz belebt das Geschäft und die Nutzer freuen sich. Eigentlich, denn in diesem Fall versucht Facebook mit Einsatz großer Ressourcen seinen Konkurrenten Snapchat komplett aus dem Markt zu werfen. Leider nur mit simplem Kopieren bekannter Snapchat-Funktionen. Echte Innovation fehlt. Doch diese Strategie funktioniert. Schlimmer noch: Snapchat wirkt wie gelähmt und scheint keine Antwort auf die vielfältigen Attacken von Facebook zu haben und jeder vergisst bereits, dass Instagram Stories im Grunde ein Snapchat-Klon ist.

Innerhalb von einem halben Jahr hat sich Snapchat von einer der unbestritten beliebtesten App bei Teenagern zu „einer von vielen“ gewandelt. Spätestens jetzt heißt es: Gegensteuern, um weiterhin relevant zu bleiben!

 

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