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Stefan Bosch-Faerber

Wird (bestimmt) ein klasse Film!

In der Redaktion der Programmzeitschrift "TV Movie" arbeiten Redakteure mit hellseherischen Fähigkeiten! Vielleicht haben sie aber auch eine Glaskugel gefunden oder im Geheimen eine Zeitmaschine entwickelt. Doch Moment: Wie kommt der Autor dieser Zeilen zu seiner Einschätzung?

Alle wollen "Fifty Shades of Grey 2" sehen.
Im letzten Jahr hat der Streifen "Fifty Shades of Grey" so viel Geld eingespielt, dass die Studiobosse schnell entschieden: Wir brauchen einen zweiten Teil. Dieser kommt nun am 9. Februar 2017 in Form von "Fifty Shades Darker" - bzw. dem besonders eingängigen deutschen Titel "Fifty Shades of Grey 2 - Gefährliche Liebe" in die Kinos. So weit so gut. 

Da der erste Teil als vermeintlicher Tabu-Film galt, der die ein oder andere eingeschlafene Ehe zumindest kurzzeitig wiederbelebt haben soll, ist das Interesse an der Fortsetzung auf allen Seiten immens. Blöd nur, dass das Studio den Film bisher unter Verschluss hält. Es gab bisher keine Pressevorführungen. Aber wen hält das schon auf? Man hat eine Zeitschrift zu füllen!

Eigentlich ist klar, dass es irgendjemandem auffällt.
In der aktuellen Ausgabe der "TV Movie" können die Leser trotzdem eine Kritik zum Film finden. Dies führt uns zurück zu den eingangs geäußerten Vermutungen darüber, was die Redakteure befähigt haben kann, eine fundierte Filmkritik zu einem Film zu verfassen, den sie eigentlich noch nicht gesehen haben können. Vielleicht ist es aber auch viel einfacher und man hat sich einfach alles ausgedacht. Für "Europas härteste Filmredaktion" ein starkes Stück. Und die Häme lässt natürlich nicht lange auf sich warten.

Ein gefundenes Fressen.
Der Konkurrent "TV Spielfilm" postete bei Facebook ein Foto der Filmkritik und zeigte sich in seinem Kommentar erstaunt über die Fähigkeiten der Redakteure. Dazu gab es ein digitales "Daumen hoch" in Richtung "TV Movie" - alles garniert mit #alternativefacts, dem eigenwilligen Begriff, der von Präsident Trumps Beraterin Kellyanne Conway in Umlauf gebracht wurde. 

Direkt reagiert auf das Posting hat die "TV Movie" übrigens nicht. Einige Nutzer zeigen sich dafür in den Kommentaren bei Facebook verwirrt über das Vorgehen der Programmzeitschrift. 

Warum die Aufregung?
Nun handelt es sich bei einer ausgedachten Filmkritik nicht um etwas Systemrelevantes. Der Text ist auch eher allgemein gehalten, doch am Ende wird eine genaue Bewertung abgegeben, die nirgendwo anders hergegriffen sein kann als aus der Luft. Dieses Beispiel zeigt, wie schnell Vertrauen verspielt werden kann, wenn eine Schummelei auffällt. Sie kann der Glaubwürdigkeit eines Produkts ganz enorm schaden - am Ende vielleicht sogar einer ganzen Branche. Hier werden Leser nicht ernst genommen und das rächt sich womöglich. "TV Movie" ist eben nicht Donald Trump!

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